Auch in der Schönheitsbranche spielt KI eine immer wichtigere Rolle. Die Kosmetikindustrie ist ins „KI-Zeitalter“ eingetreten. KI-Technologien stärken die Schönheitsindustrie kontinuierlich und integrieren sich schrittweise in alle Glieder der gesamten Wertschöpfungskette der Kosmetik. Aktuell werden bei „KI + Beauty-Make-up“ hauptsächlich folgende Methoden angewendet:
1. Virtueller Make-up-Probetermin
Um Konsumenten die Auswahl geeigneter Produkte zu erleichtern und ihre Kaufbereitschaft zu steigern, erfreuen sich virtuelle Make-up-Tests in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Mithilfe von Augmented Reality (AR) können Nutzerinnen und Nutzer mithilfe von Geräten wie Smartphones oder Smart Mirrors schnell und einfach den Effekt eines bestimmten Make-ups simulieren. Das Angebot an virtuellen Make-up-Tests umfasst Lippenstift, Wimpern, Rouge, Augenbrauenprodukte, Lidschatten und weitere Kosmetikprodukte. In den letzten Jahren haben sowohl Kosmetikmarken als auch Hersteller von Smart-Hardware entsprechende Produkte und Apps entwickelt. So haben beispielsweise Sephora, Watsons und andere Kosmetikmarken und Einzelhändler gemeinsam mit Technologieunternehmen Funktionen für virtuelle Make-up-Tests eingeführt.
2. Hauttest
Neben Make-up-Tests haben viele Marken und Technologieunternehmen auch KI-gestützte Hauttest-Apps entwickelt, um Verbrauchern zu helfen, ihre Hautprobleme besser zu verstehen. Mithilfe der KI-gestützten Hauttechnologie können Verbraucher schnell und präzise erste Einschätzungen zu Hautproblemen vornehmen. Für Marken ist der KI-gestützte Hauttest eine hochwertige Möglichkeit, intensiv mit ihren Nutzern zu kommunizieren. Während die Nutzer sich selbst besser kennenlernen, erhalten Marken Einblick in das Hautprofil jedes einzelnen Nutzers und können so kontinuierlich relevante Inhalte erstellen.
3. Individuell abgestimmtes Beauty-Make-up
Die Kosmetikindustrie setzt zunehmend auf Personalisierung. Marken stützen sich dabei auf umfangreiche wissenschaftliche Analysen und Daten. Auch das Konzept „Eine Person, ein Rezept“ gewinnt für die breite Öffentlichkeit an Bedeutung. Mithilfe von KI-Technologie werden Gesichtszüge, Hautqualität, Frisur und weitere Faktoren analysiert, um einen individuellen Schönheitsplan zu erstellen.
4. KI-basierter virtueller Charakter
In den letzten zwei Jahren hat sich der Trend entwickelt, virtuelle Markenbotschafter und Moderatoren auf Basis von KI-Technologie einzusetzen. Beispiele hierfür sind „Big Eye Kaka“ aus Kasachstan und „Stella“ von Perfect Diary. Im Vergleich zu realen Moderatoren wirken sie technologisch fortschrittlicher und künstlerischer.
5. Produktentwicklung
Neben der Nutzerseite wird auch auf der B-Seite mit KI-Technologie fleißig daran gearbeitet, die Entwicklung der Schönheitsindustrie voranzutreiben.
Es ist bekannt, dass Unilever mithilfe von KI erfolgreich Produkte wie die Tiefenpflege- und Reinigungsserie von Dove, das Leave-in-Haarspray von Living Proof, den Lippenstift „Red Zero“ der Make-up-Marke Hourglass und die Herrenpflegemarke EB39 entwickelt hat. Samantha Tucker-Samaras, Leiterin der Abteilung für Wissenschaft und Technologie im Bereich Schönheit, Gesundheit und Körperpflege bei Unilever, erklärte in einem Interview, dass verschiedene wissenschaftliche Fortschritte, wie digitale Biologie, KI, maschinelles Lernen und zukünftig auch Quantencomputing, dazu beitragen, die Bedürfnisse der Verbraucher im Bereich Schönheit und Gesundheit besser zu verstehen und so bessere Technologien und Produkte zu entwickeln.
Neben Produktentwicklung und Marketing fördert die „unsichtbare Hand“ der KI auch das Lieferkettenmanagement und die Unternehmensführung. KI stärkt somit die Entwicklung der Branche umfassend. Mit dem weiteren technologischen Fortschritt wird KI die Schönheitsindustrie zukünftig mit noch mehr Innovationen bereichern.
Veröffentlichungsdatum: 20. Juni 2023